ch litt. Wirklich!
Ich hatte extrem schlechte Laune und schrieb mir
dafür Überstunden auf. Die doppelte Menge. Wäre Christian, mein
alter Klassenkamerad auf der Durchreise nach Rostock, nicht mal
wieder im Park Hyatt Hotel abgestiegen, wäre ich an der Sache mit
Andreas zerbrochen.
Der antistatische Teppich tat meinen Knien gut
und meine geschundene Weiberseele wurde von ihm mit
Streicheleinheiten verwöhnt.
„Chris, es wird übrigens kalt. Strickst du mir
eine Mütze aus Akopads?“
„Quatsch, Scarlett, die sind doch aus Metall! Am
Ende empfängst du dann noch Radio Hamburg. Ich kleb’ dir was aus
Moosgummi, wenn du willst.“ Wir grienten uns an und zogen Grimassen.
Dann zog er sich ein Kondom über und legte sich auf den Rücken.
Ich ritt ihn wie der Teufel!
Nachdem wir erschöpft gemeinsam eine geraucht
hatten, gab Christian zu, dass der Tipp mit den Internetflirts ein
Reinfall war. Stattdessen hatte er einen neuen Tipp für mich, um an
den Traummann zu kommen.
„Scarlett, besorg’ dir einen Hund!“
„Was soll ich mit einem Hund?“
„Na, mit einem Hund lassen sich leicht und
ungezwungen Kontakte knüpfen. Ein Hund ist ein ganz großer
Flirtfaktor. Ein Spaziergang im Park kann zum Anfang einer
Partnerschaft werden.“
„Ich habe doch gar keine Zeit für einen Hund.“
Dabei streichelte ich ihm zärtlich über seine Hoden.
„Dann nimmst du dir welche. Der Hund ist dabei
bloß ein Vorwand, der dazu dient, den berühmen ersten Schritt zu
tun!“ Christian spreizte seine Schenkel und ich musste an
Hundefutter denken.
Zuhause angekommen dachte ich noch mal über
seinen Vorschlag nach. Es stimmte. Hunde gingen unbefangen auf
andere Menschen zu und brachen so das Eis.
Sie verteilten ihre Sympathien frei Schnauze.
Eigentlich genau wie ich!
Aber dennoch hatte ich in meinem stressigen Job
keine Zeit, um mich wirklich richtig um so einen Vierbeiner kümmern
zu können.
Da kam mir eine Idee: ich brauchte einen Leihhund!